Erst letzte Woche bin ich von einem Verleger gefragt worden, ob es überhaupt nötig sei, einen Integrationsdienstleister für sein CRM-System mit ins Boot zu holen. Die Frage ist per se natürlich berechtigt. Viele der aktuellen CRM-Systeme lassen sich sehr intuitiv bedienen und bieten wie z. B. Salesforce sehr umfangreiches Schulungsmaterial.

Was sind also die Vorteile eines Intergationsdienstleisters für CRM-Systeme?

Kurz gesagt: Er erspart Ihnen viel Zeit und Nerven. Und damit vor allem Kosten. Lassen Sie mich das aufgrund der eigenen Erfahrung begründen. Als ich mit dem damaligen Unternehmen, der grassgreenmedia GmbH, an den Start gegangen bin, hatten wir leider nicht die Mittel, um uns einen Dienstleister für die Integration von Salesforce leisten zu können oder um eine der zahlreichen Schulungen besuchen zu können. Do it yourself war also die Devise. So sind wir also vorgegangen, wie viele dies tun: Probieren, löschen, nochmal probieren wieder löschen. Datenimport macht Freude! Neue Felder anlegen, feststellen, dass diese für die Anforderung nicht geeignet sind und Felder wieder löschen. Ein anderes Format auswählen, feststellen, dass diese nicht richtig abgefragt werden können usw. und Start von vorn. Apps aus dem App Exchange installieren, testen, Fehler finden, wo war gleich nochmal der Sicherheitstoken und wieder von vorne. Natürlich haben wir in dieser Zeit sehr viel gelernt und uns ein unheimliches Wissen aufbauen können. Letztendlich wenn wir aber unsere Arbeitszeit die wir hierfür aufgebracht haben (inkl. Wochenenden) zusammenrechnen, wäre uns die Zuhilfenahme eines Dienstleisters deutlich günstiger gekommen. Alleine eine Schulung auf dem System hätte schon viele Fehler vermeiden können, gerade in Bezug auf das Anlegen neuer Felder, Objekt- oder Berichtsabfragen, auf die sich diese Themen auswirken. Als wir unser System weiter ausbauen wollten, kamen wir dann trotz der Schulungen, die wir dann asap nachgeholt haben, nicht weiter und waren über die Hilfe eines Dienstleisters der auf Medienunternehmen spezialisiert war sehr froh. Die Abfragen waren uns dann doch irgendwie zu komplex…

Was sind die Nachteile eines Integrationsdienstleisters?

Sie kosten Geld und es ist leider auch nicht einfach den richtigen zu finden. Oft können hier die Tipps der CRM-Systemanbieter für Spezialisten in den jeweiligen Branchenbereichen sehr gut weiterhelfen. Und, vor allem der Austausch mit anderen Unternehmen derselben Branche, sind wahre Schatzgruben. Man darf den Austausch mit der Konkurrenz nicht unterschätzen. Das ist zumindest unsere Erfahrung. Ein weiterer Aspekt ist das Know-how, welches zwar ebenso aufgebaut wird aber natürlich nicht in der Tiefe, dass kann je nachdem was Sie später mit Ihrem Unternehmen vorhaben, wiederum ein Nachteil sein. Kann, muss es aber nicht.

Soll ich also unbedingt einen Integrationsdienstleister hinzuziehen?

Kurz gesagt, nein, das müssen Sie nicht. Sie müssen nur entscheiden, was Ihnen von der Priorität her wichtiger ist: Einerseits selbst das Wissen in Ihrem Unternehmen aufbauen, dafür aber auch an Geschwindigkeit einbüßen und Lehrgeld bezahlen. Oder andererseits eben auf einen erfahrenen Dienstleister zurückgreifen. Oftmals wird Ihnen die Entscheidung abgenommen, denn es ist natürlich auch hier eine budgetäre Frage.

Worauf sollten Sie bei der Auswahl eines geeigneten Partners achten?

Bei der Auswahl eines Partners sollten sie vor allem darauf achten, ob er in Ihrem Falle bereits Erfahrungen im Verlagswesen gesammelt hat. Das werden Sie teilweise schon an den Begrifflichkeiten merken, mit denen der Dienstleister hantiert und wie up to date er bei den Systemen ist.

Fazit: Die meisten Integrationsdienstleister sind auf ihre Systeme eingeschworen. D.h., wenn jemand auf Saleforce spezialisiert ist, wird er Ihnen das auch anbieten und nicht, wenn für Ihre Bedürfnisse ein anderes System eher geeignet wäre, auf dieses umzuschwenken. Neutralität ist hier gefragt und diese erhalten Sie meistens nur über einen Beratungsdienstleister der herstellerunabhängig berät.