Ist Outsourcen tatsächlich das Nonplusultra zum Thema Kostensenkung? Eigentlich müssten wir jetzt sofort Ja sagen, da wir schließlich damit auch unser Geld verdienen. Aber so leicht ist nicht.

Ein englisches Sprichwort besagt: Do what you can do best – outsource the rest. Was nichts anderes heißt als das weiter zu verfolgen in dem Sie gut sind und den Rest auszulagern.

Outsourcen, kann in manchen Fällen sehr hilfreich sein aber ist auch in vielen Fällen konterproduktiv. Gerade bei den Kernkompetenzen eines Verlages oder wie man heute schon schön sagt eines Medienhauses, sollte mit sehr viel Bedacht vorgegangen werden. Nicht umsonst gehen viele Verlage gerade den umgekehrten Weg und holen sich z. B. die Abonnentenverwaltung wieder ins Haus.

Aber warum ist da so?

Ganz einfach – in Zeiten von Big-Data funktionieren die klassischen Abläufe nicht mehr. Alles wird stärker vernetzt. Sind also Bereiche outgesourct funktioniert diese Vernetzung in den meisten Fällen nicht und das haben viele Verlage verstanden.

Bleiben wir beim Beispiel Abonnentenverwaltung.

Nehmen wir an Sie sind ein Fachverlag der als Zielgruppe Imker anspricht und dies mit unterschiedlichen Publikationen. Ihre Redakteure sind alte Hasen in der Branche, gut vernetzt und bespielen auch Online wichtige Themen. Dennoch verzeichnen Sie, wie viele andere Verlage im Abo-Bereich auch, eine Abonnentenrückgang. Relaunch und Co. haben leider auch nicht wirklich etwas gebracht.

Ich denke damit haben wir ein typisches Szenario aufgebaut.

Die logische Konsequenz wäre doch nun, um weitere Kosten zu reduzieren, bei der Redaktion einzusparen und vor allem die Inhouse-Betreuung der Abonnenten nach außen zu verlagern, oder?

Bevor Sie dies tun, sollten Sie sich Folgendes durch den Kopf gehen lassen:

Wem tut es mehr weh einen Abonnenten zu verlieren: dem Mitarbeiter Ihres Unternehmens oder einem externen Dienstleister?

Das klingt etwas abgedroschen, ich weiß. Gerne möchte ich Ihnen noch eine andere Perspektive aufzeigen.

Sie haben eine Zielgruppe, diese Zielgruppe kennt Ihr Haus seit Jahren und Sie sind durch Ihre Redakteure auch bestens vernetzt. Die meisten Abonnenten kennen Ihre Mitarbeiter in der Abo-Betreuung und sind oftmals fast persönlich beleidigt, wenn das Abonnements gekündigt wird. Da stellt sich doch die Frage, kann ich mit dieser Zielgruppe nicht weiteres Zusatzgeschäft generieren? Ja und dies ist in fast allen Fällen immer möglich. Und ja, dazu benötigen Sie Personal. Vielleicht wird sich deren Stellenbezeichnung ändern, aber ist dann der Dienstleister wirklich günstiger?

In den meisten Fällen ist das dann leider nicht immer der Fall. Gerade wenn es um das Thema Big-Data geht lassen sich dies EXTERNE Dienstleister teuer bezahlen und liefern hierbei nicht mal den erhofften Mehrwert.

Hierzu mein Appell an Sie: Versuchen Sie Ihre Daten zusammenzuführen und analysieren Sie diese genau. Dadurch bekommen Sie entscheidende Hinweise darüber, was Sie den Lesern neben Ihren Printtiteln und Webauftritten noch liefern können. Sei es wie im Beispiel ein Shop für Imker, eine Clubmitgliedschaft mit extremen Vorteilen für die Abonnenten oder, oder, oder. Haben Sie diese Themen für sich abgeschlossen, können Sie immer noch entscheiden, inwieweit es von Vorteil ist, die Abteilungen auszulagern. Oder ist es nicht sinnvoller, um den interdisziplinären Austausch weiter voranzutreiben, das Know-how der Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen weiter zu belassen und auf diese zu vertrauen.

Fazit: Viele dieser Projekte gehen wir mit unseren Kunden genauso an und erleben nicht selten große Überraschungen bei der Betrachtung der zusammengeführten Daten.10